{"id":2300,"date":"2018-10-24T12:00:01","date_gmt":"2018-10-24T11:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/lsr-bw.de\/seniorenraete\/goeppingen\/?p=2300"},"modified":"2021-03-19T11:10:20","modified_gmt":"2021-03-19T10:10:20","slug":"demografie-die-aktuelle-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lsr-bw.de\/seniorenraete\/goeppingen\/archiv\/demografie-die-aktuelle-herausforderung\/","title":{"rendered":"Demografie \u2013 die aktuelle Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p>24. Oktober 2018<\/p>\n<p>Kreis G\u00f6ppingen\/Donzdorf. Der Demografie-Beauftragte des Landes Baden-W\u00fcrttemberg, Thadd\u00e4us Kunzmann, hat vor dem Kreisseniorenrat in dessen Mitgliederversammlung in Donzdorf die dringende Notwendigkeit alters-gerechten Umbauens betont, um Barrieren in Wohngeb\u00e4uden zu beseitigen und Ma\u00dfnahmen zur Einbruchsicherung vorzunehmen. Die daf\u00fcr im Rahmen der Wohnraumoffensive von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen bereit gestellten F\u00f6rdermittel h\u00e4lt er allerdings nicht f\u00fcr ausreichend und bezeichnete eine Verdoppelung des Programmvolumens auf 150 Millionen Euro als notwendig.<\/p>\n<p>\u201eMit der F\u00f6rderung des altersgerechten Umbaus erm\u00f6glicht der Bund vielen B\u00fcrgern einen m\u00f6glichst langen Verbleib im vertrauten Wohnumfeld bis ins hohe Alter\u201c, sagte Kunzmann und hob hervor, dass eine einschl\u00e4gige Aus-bildung und Zertifizierung von Planern, Architekten und Handwerkern erforder-lich sei. Auch der Umbau von privaten Mietwohnungen m\u00fcsse gezielt gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Anhand von mehreren Eckdaten erl\u00e4uterte der Demografie-Beauftragte die altersm\u00e4\u00dfige Entwicklung Baden-W\u00fcrttembergs bis zum Jahr 2050, die sich differenziert nach st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Gebieten entwickle und folglich eine darauf abgestellte Planung auf mehreren Politikfeldern erfordere. Eine Umfrage des DIW habe ergeben, dass das Einfamilienhaus von 32 % der Befragten als der \u201eTraum vom Wohnen\u201c eingestuft wurde. \u201eHier wird ein Konfliktfeld deutlich, weil eine weitere Zersiedelung im Prinzip nicht w\u00fcnschenswert sein kann\u201c, sagte Kunzmann.<br \/>\nZiel der Demografie-Politik m\u00fcsse es sein, so Kunzmann, ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis der Einwohnerstruktur zu erreichen, indem die M\u00f6glichkeit eines Hauserwerbs in Ortsmitten angestrebt und ein barrierefreier Geschoss-wohnbau erm\u00f6glicht wird. \u201eNat\u00fcrlich geh\u00f6ren ein gutes Schulangebot, eine ausgepr\u00e4gte Kinderbetreuung und ausreichende Mobilit\u00e4tsangebote sowie ein Breitbandanschluss dazu\u201c, begr\u00fcndete Kunzmann die aus seiner Sicht notwendige Entwicklung in kleineren Kommunen. \u201eNur mit Kaufkraft und Nachfrage lassen sich nachhaltig Versorgungseinrichtungen des t\u00e4glichen Lebens sichern\u201c, f\u00fcgte der fr\u00fchere Landtagsabgeordnete hinzu.<\/p>\n<p>Dem Handlungsfeld Mobilit\u00e4t sei eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen, erkl\u00e4rte Kunzmann weiter und bezog sich auf eine Studie, wonach zwei Drittel der \u00fcber 75j\u00e4hrigen sich selbst als wenig oder gar nicht mobil empf\u00e4nden und hinsichtlich der Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel eine sehr zur\u00fcck-haltende bis ablehnende Haltung h\u00e4tten. So sei es bemerkenswert, dass \u00fcber 75j\u00e4hrige sich im eigenen Auto am sichersten f\u00fchlen w\u00fcrden. Knapp dahinter folge das Taxi, nur mit gro\u00dfem Abstand die Bahn und der Bus. Eine knappe Mehrheit dieser Altersgruppe bezeichnete in der Umfrage sich zu Fu\u00df als sicher (52 %). Weil sich im l\u00e4ndlichen Raum der Busverkehr zu sehr an den Sch\u00fcler-verkehren orientiere, fehle ein ausreichendes Angebot f\u00fcr die \u00c4lteren.<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen vor allem niedrigschwelligere Angebote, wie sie zum Beispiel mit B\u00fcrgerbussen oder Ruftaxen schon vereinzelt angeboten werden\u201c, schlug Kunzmann vor. Der \u00f6ffentliche Raum m\u00fcsse sich auf die Hochaltrigen mehr und besser einstellen durch Begehbarkeit der Gehwege, Beseitigung von Stolper-fallen, bessere Ausleuchtung, Ruheb\u00e4nke und \u00f6ffentliche Toiletten. Die unter-schiedliche H\u00f6he von Bahnsteigen und Ausstiegsh\u00f6hen an den Z\u00fcgen sei ein l\u00f6sbares aber bisher noch vernachl\u00e4ssigtes Problem, stellte Kunzmann fest.<\/p>\n<p>\u201eBaden-W\u00fcrttemberg ist ein Ehrenamtsland\u201c, stellte Konzmann fest und sprach sich f\u00fcr eine B\u00fcndelung der F\u00f6rderma\u00dfnahmen aus. \u201eDie \u201aProjektitis\u2018 muss durch eine verl\u00e4ssliche F\u00f6rderung abgel\u00f6st werden\u201c, lautete dazu der Vor-schlag des Demografie-Experten. Dabei gehe es ihm nicht um mehr Geld f\u00fcr das Ehrenamt, sondern darum, dieses zielgerichteter einzusetzen.<\/p>\n<p>In seinem Vortrag fehlte ein Hinweis auf die Digitalisierung nicht. Er sagte, dass ein fl\u00e4chendeckendes Glasfasernetz \u201ein jedem Haus und entlang aller Stra\u00dfen\u201c gebraucht w\u00fcrde, ebenso das neue 5G-Funknetz. Im Gesundheitswesen liege die Hauptproblematik in der Vielzahl chronischer Krankheiten, dem Fehlen von Anreizen f\u00fcr Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen und gezielte geriatrische Reha-Ma\u00dfnah-men. \u201eMehr Mittel f\u00fcr die Pr\u00e4vention w\u00fcrden sich letztlich nachhaltig f\u00fcr weniger Kosten in der Kranken- und Pflegeversicherung bemerkbar machen\u201c, prognostizierte er. \u201eDer kontrollierte Zuzug von Fachkr\u00e4ften k\u00f6nnte im Gesundheitswesen \u2013 aber nicht nur dort &#8211; zu einer Entspannung der Situation beitragen\u201c, zeigte sich Kunzmann \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Info: Demografie = Bev\u00f6lkerungswissenschaft, die sich statistisch und theoretisch mit der Entwicklung von Strukturen befasst, die alters- und zahlenm\u00e4\u00dfige Gliederung und ihre geografische Verteilung sowie die umweltbedingten und sozialen Faktoren untersucht.<\/p>\n<p>Der Demografie-Beauftragte soll als Ansprechpartner f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die Kommunen, die Wirtschaft und soziale Akteure im Land dienen und die mit dem demografischen Wandel einhergehenden Herausforderungen sowie L\u00f6sungskonzepte der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich machen. Er arbeitet hauptamtlich und ist gegen\u00fcber der Landesregierung nicht weisungsgebunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24. Oktober 2018 Kreis G\u00f6ppingen\/Donzdorf. 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