Aus der Presse

Arbeitslosigkeit bei Älteren geht weiter zurück

Nach offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nimmt die Erwerbsquote bei Menschen im Alter von 55 Jahren zu. Seit 2011 ist
die Zahl der älteren Erwerbslosen rückläufig. "mehr ..."

Müntefering fordert mehr Ermutigung für Engagement
im Alter

 

Die Rente mit 67 brachte er trotz Kritik auf den Weg - auch in der heutigen Debatte verteidigt er die ungeliebte Reform. Und doch hält Ex-Sozialminister Müntefering das feste Rentenalter für einen kulturellen Irrtum. „mehr ..."

Koalition streitet über Pflegekosten

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen nach dem Willen der SPD vor steigenden Kosten für einen Heimplatz geschützt werden. Dafür sollen zusätzliche Milliardensummen unter anderem aus Steuer- und Beitragsmitteln in die Pflegeversicherung gepumpt werden. „mehr ...“

Land fördert die Umsetzung des elektronischen Rezepts

Minister Manne Lucha: „Baden-Württemberg ist bundesweit Vorreiter bei der Fernbehandlung / Auch bei der Einführung des elektronischen Rezepts gehen wir gemeinsam mit Landesapothekerkammer und Landesapothekerverband wegweisend voran“ „mehr ...“

Mehr im Portemonnaie für rund 21 Millionen Rentner

Die Rentenerhöhung 2018 steht! Der neue Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil verkündet: Im Westen gibt es 3,22 % mehr Rente. Im Osten sind es 3,37 Prozent mehr Rente.

Bundestag beschließt neues Rentengesetz

Der Bundestag hat die sogenannten Flexi-Rente beschlossen. Ältere Arbeitnehmer sollen damit beim Übergang in die Rente mehr Freiheiten bekommen. „mehr ...“

Kabinett billigt Entwurf für bezahlte Pflegezeit

Eine bezahlte Auszeit zur Organisation von Pflege und ein Rechtsan-spruch auf Pflegezeit sollen die Altenpflege in Deutschland verbessern. Außerdem soll es mehr Unterstützung für die Bewohner von Pflege-WGs geben. Entsprechende Regelungen brachten Bundeskabinett und Bundestag auf den Weg. "mehr ..."

Erste Teile der Gesundheitsreform treten in Kraft

So gilt dann die gesetzliche Verpflichtung an den Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen, ein Institut zur Messung der Krankenhaus-Qualität in Deutschland zu gründen. "mehr ..."

Anderland: Lichtblicke für demente Senioren

Demente Senioren und quirlige Viertklässler - kann das gutgehen?
Es kann. "mehr ..."

Der Ärztemangel in Baden-Württemberg spitzt sich zu

Es gebe inzwischen Regionen, in denen es dünn werde, weil Praxen nicht nachbesetzt werden könnten. „mehr ..."

Gefährliche Keime in Krankenhäusern auf dem Vormarsch.

Hochgefährliche Krankheitserreger, die nicht oder kaum auf Antibiotika reagieren, werden in deutschen Krankenhäusern
zum wachsenden Risiko. „mehr …“

Ältere Frauen leben häufiger allein als Männer

Wiesbaden (dpa) - Ältere Frauen leben häufiger allein als gleichaltrige Männer. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Frauen im Rentenalter wohnt in Deutschland in einem Einpersonenhaushalt, bei den Männern ist es nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent).

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag zum Internationalen Tag der älteren Menschen mit. Die Zahlen stammen aus der Haushaltsbefragung Mikrozensus von 2011.

Männer dieser Generation seien meist älter als ihre Ehefrauen und hätten eine niedrigere Lebenserwartung, erklären dies Fachleute. «Ein alleinlebender Mann findet auch eher noch mal eine Partnerin als umgekehrt», sagt die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher. Alte Menschen, die im Heim leben, kommen in der Statistik nicht vor. Das seien aber auch nur etwa drei Prozent der über 65-Jährigen, sagt Thomas Haustein vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt ist der Anteil der alleinlebenden Frauen in den vergangenen 20 Jahren gesunken, bei den Männern dagegen leicht gestiegen. So wohnten 1991 noch mehr als die Hälfte der Frauen ab 65 Jahren (55 Prozent) allein, bei den Männern waren es nur 16 Prozent. Das hängt mit den Kriegsfolgen zusammen: Die Zahl der Kriegswitwen und der Frauen, die aufgrund von Kriegswirren nicht heirateten, ist gesunken. Bis zum Geburtsjahr 1930 sei die hohe Männersterblichkeit infolge der Kriege deutlich spürbar, erläutert Evelyn Grünheid vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden.

Alleinleben liegt in Deutschland aber auch im Trend - bei Männern noch stärker als bei Frauen. Jeder Fünfte in Deutschland wohnt allein - so viele wie nie zuvor. Die Statistiker rechnen damit, dass es noch mehr werden. Von den Erwachsenen unter 64 Jahren lebt nahezu jede sechste Frau (17 Prozent) allein. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als 1991. Bei den Männern kletterte der Anteil im Vergleichszeitraum von 13 auf 23 Prozent.

Sucht - die leise wachsende Bedrohung der Alten

Ein Gläschen Wein auch im Heim und ein paar Pillen für die innere Ruhe? Für viele Ältere sind Alkohol und Medikamente keine Hilfe, sondern der Weg ins Elend. Auch Hasch spielt im Alter eine Rolle.

Viele Senioren leiden unter Sucht

Berlin.  Medikamenten- und Alkoholsucht ist in Deutschlands Pflegeheimen weit verbreitet. Experten schlagen Alarm und fordern Ärzte und Krankenkassen zu mehr Sensibilität gegenüber den Gefahren für die Betroffenen auf.

Vier von fünf stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen haben Menschen mit Suchtproblemen in ihren Reihen. Alkohol- und Medika-mentenabhängigkeit steht dabei im Zentrum. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor, die am Freitag in Berlin verbreitet wurde.

"Nach Einschätzung der Pflegenden sind im Mittel sieben Prozent der Klientinnen und Klienten in den stationären Pflegeeinrichtungen medikamentenabhängig", heißt es weiter in der Regierungsantwort.

Die SPD-Suchtexpertin Angelika Graf sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Inwieweit Menschen in Pflegeheimen mit Medika-
menten ruhiggestellt werden, müsste dringend untersucht werden." Zudem bekämen ältere Patienten oft schon vom Hausarzt Arznei-
mittel verschrieben, die nicht geeignet seien.

Bei ein bis zwei Millionen Menschen über 60 Jahren gebe es einen problematischen Gebrauch mit Medikamenten. Die Zuspitzung in Pflegeeinrichtungen kombiniert mit Alkoholsucht sei alarmierend.
83 Arzneistoffe würden als inadäquat für Ältere gelten.

Insgesamt sei zu erwarten, dass allein aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl älterer Menschen mit Alkoholerkrankungen zunehmen werde, so die Bundesregierung.

Graf warf der Regierung Untätigkeit vor. Ihre Nationale Strategie zu Drogen und Sucht werde so zu einer bitteren Lachnummer.

Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, sagte der dpa, Abhängigkeit von Senioren in der Altenpflege sei zu wenig erforscht. "Da muss noch viel passieren." Oft seien Pflegebedürftige bereits medikamentenabhängig, wenn sie ins Heim kommen. Verantwortung trügen dafür auch niedergelassene Ärzte. "Die Pflegekräfte bekommen es mit, können das aber nicht ändern." Das ohnehin oft tödliche Risiko eines Sturzes nehme bei
den Betroffenen stark zu.

In den Heim-Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Kranken-
kassen spielt der Umgang der Pfleger mit Sucht und die Häufigkeit von Abhängigkeit in Heimen keine Rolle, wie eine Sprecherin der Einrichtung in Essen auf Anfrage einräumte.

Der Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, sagte: "Schon lange ist bekannt, dass Menschen, die über 80 Jahre alt sind, im Durchschnitt an über 15 verschiedenen Krankheiten leiden, die alle einzeln behandelt werden." Ärzte achteten oft nicht darauf, was ihre Kollegen schon verordnet hätten. Gefordert seien auch die Krankenkassen: "Wie lange wollen die noch wegschauen und den schädigenden Medikamentenmix verteilen?" SWP/01.06.2012

Organspende: Ein Thema, viele Ängste

Transplantationsrecht - Viele Menschen sorgen sich, als potenzieller Organspender der Medizin ausgeliefert zu sein.

TÜBINGEN. Der ältere Mann kam mit einer schweren Hirnblutung in die Tübinger Uniklinik. Schnell war für die Ärzte klar, dass es keine Hoffnung mehr gibt. »Wir können für Ihren Vater nichts tun«, sagten sie den Angehörigen. Diese baten, den Vater in Ruhe sterben lassen. Kurz darauf kehrten sie noch einmal zurück.

Eigentlich seien sie ja für Organspende, auch der Vater habe immer gesagt, dass er dazu bereit wäre. Als der Hirntod eintrat, haben die Ärzte den Körper des Mannes noch einige Stunden weiter beatmet, dann wurden mit Zustimmung der Angehörigen Organe entnommen.
Für Peter Petersen, den Transplantationsbeauftragten der Uniklinik, ist der Fall charakteristisch für die Situation rund um die Organ-
spende. Zum einen ist der typische Organspender heute nicht mehr der junge, tödlich verunglückte Motorradfahrer, sondern ein älterer Mensch, der auf einer Intensivstation einer Krankheit erliegt. »Unfallopfer machen heute weniger als 20 Prozent der Organspender aus«, sagt Petersen.

Zum anderen haben nur 10 bis 15 Prozent der Deutschen einen Organspenderausweis. Wirklich dabei haben ihren Ausweis weniger als 10 Prozent der Intensivpatienten. Sie bürden die Entscheidung damit ihren Angehörigen auf. Auch ist das Thema mit Ängsten besetzt. Wird bei einem Patienten mit Organspenderausweis wirklich alles getan, um ihn am Leben zu erhalten? Oder darf er nicht in Ruhe sterben, weil er als Organspender intensiv behandelt wird?

Den Tod akzeptieren

Als Transplantationsbeauftragter gehört Petersen zu den Ärzten, die mit Angehörigen offen darüber reden. Allein im vergangenen Jahr haben er und sein Kollege im Einzugsgebiet des Tübinger Transplantationszentrums 46 solcher Gespräche geführt, an deren Ende eine Zustimmung zur Organspende stand. Schwierig sind sie immer, auch wenn Petersen nach sechs Jahren als Transplan-tationsbeauftragter viel Erfahrung hat. Es geht um Leben und Tod, um die Frage, wann ein Mensch tot ist und wann die Angehörigen dies nachvollziehen können. Wobei Angehörige oft andere Vorstellungen haben als Mediziner.

Für Petersen gibt es einen zentralen Punkt: »Der Tod muss akzeptiert sein.« Todeskriterium in der Medizin ist der Hirntod, der unwiderrufliche Ausfall des Gehirns. Tot ist für viele Menschen aber nur, wer kalt ist und nicht mehr atmet. Wird nun aber ein Hirntoter beatmet, hebt und senkt sich der Brustkorb weiter, man könnte meinen, er sei nur bewusstlos. Diesen Widerspruch muss der Arzt im Gespräch mit Angehörigen versuchen aufzulösen.

Leben erhalten geht vor

Solange ein Angehöriger nicht wirklich begriffen hat, dass der hirntote Vater, das Kind, der Partner nie wieder wach wird, könne er auch nicht über eine Organspende entscheiden, sagt Petersen. Der Transplantationsbeauftragte ist überzeugt, dass Schuldgefühle und psychische Krisen, von denen Angehörigen von Organspendern im Einzelfall berichten, darin begründet sind, dass diese den Tod nicht wirklich akzeptiert hatten. Das ist dann ein Ausschlusskriterium. »Wenn der Mensch das so empfindet, dann kann man ihm diese Entscheidung nicht zumuten.«

Dass man mögliche Organspender auf der Intensivstation besonders im Blick hat, räumt Petersen ein, aber erst, wenn für sie als Patient nichts mehr getan werden kann. Die Erhaltung des Lebens habe immer Vorrang. Werden bei einem Sterbenden - etwa auf Basis einer Patientenverfügung medizinisch nicht mehr sinnvolle Maßnahmen beendet, könne der Mensch trotzdem zum Organspender werden. Organe werden von Toten entnommen, nicht von Sterbenden. »Der Sterbevorgang wird in keiner Weise gestört«, sagt Petersen.
Mit der gesetzlichen Neuregelung des Transplantationsrechts ist Petersen einverstanden. Andererseits: »Sie beinhaltet nichts, was nicht schon vorher möglich gewesen wäre.« Ihm ist es aber wichtig, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Das setze bessere Aufklärung voraus. Petersen hat dabei auch die Hausärzte im Blick.
Er schlägt vor, dass sie ihre Patienten nicht nur bei Patientenver-fügungen beraten, sondern auch in Fragen rund um die Organ-
spende.

»Die Diskussion um Patientenverfügungen ist kein Widerspruch zur Organspende«, sagt Petersen. Schwierig werde es in jedem Fall nur dann, wenn diese zu schwammig abgefasst werden. »Wenn da drin steht, 'ich will keine Schläuche', hilft das nicht weiter«, sagt Petersen. Gea/Brigitte Gisel/25.05.2012

 
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