Chefarzt: Kein erhöhtes Risiko in den Alb-Fils-Kliniken

20. Juli 2018

Für Post-Antibiotika-Ära nur unzureichend gewappnet

Kreis Göppingen. Der Chefarzt für Laboratoriums-Medizin an den Alb-Fils-Kliniken, Dr. Lutz Zahn, hat vor den Stadt- und Ortsseniorenräten in deren gemeinsamer Sitzung in Süßen erklärt, dass das Risiko, sich einen Erreger einzufangen, in den beiden Häusern in Göppingen und Geislingen nicht größer ist als in jeder anderen Klinik. Er habe in die eingeleiteten Maßnahmen so viel Vertrauen, dass er sich selbst ohne weiteres in einer der Kliniken operieren ließe.

Dennoch, so Dr. Zabel, sind die multiresistenten Keime ein massives Problem, das unter keinen Umständen vernachlässigt werden dürfe. Vor allen Dingen müsse das Hygienemanagement vom Krankenhauspersonal, den Patienten und den Besuchern außerordentlich ernst genommen werden. Das Desinfizieren der Hände sei ein absolutes Muss und dürfe nicht versäumt werden, so Dr. Zabel.

Rechnerisch werden pro Tag von der Weltbevölkerung mit dem Stuhl über zwei Milliarden Kilo Bakterien ausgeschieden. Die Zahl der Mutationen, die zur Resistenz führen, ist bei der kurzen Verdoppelungszeit der Bakterien hoch. „Dort, wo Antibiotika frei verkäuflich sind, steigt erfahrungsgemäß die Zahl der resistenten Bakterien an“, erläuterte Dr. Zabel.

Der Chefarzt hob hervor, „dass die Keime kein lokales Thema im Landkreis Göppingen sind sondern ein globales Problem, das von den verantwortlichen Stellen in der Politik und im Gesundheitswesen lange Zeit sträflich vernach-lässigt worden ist“. Als sehr ärgerlich bezeichnete Dr. Zabe, das von ursprünglich achtzehn Pharmaunternehmen, die 1990 noch ein Antibiotikum beforschten und entwickelten, nur noch sechs übrig geblieben sind. „Damit kommt die Forschung und Entwicklung von Antibiotika, die etwas gegen die Keime ausrichten können, nicht mehr mit der nötigen Intensität und Geschwindigkeit voran“, sagte Dr. Zabel.

Es sei zu befürchten, so der Labormediziner, dass die multiresistenten Keime nicht aus den Schlagzeilen heraus kommen. „Man muss sich das vorstellen: Die Bakterien vermehren sich in nur 20 Minuten um das Doppelte, erwerben durch Mutation oder Austausch von Genen neue Fähigkeiten und werden rasch resistent gegen herkömmliche und aktuelle Antibiotika“, erläuterte er.

Mikrobiologen und Pharmakologen, warnen vor einer „Post-Antibiotika-Ära“ und räumen ein, für eine solche Situation nur unzureichend gewappnet zu sein. Hygiene-Maßnahmen in den Krankenhäusern seien daher unverzichtbar.

Viele multiresistente Erreger kommen heutzutage auch aus der Tiermast und werden beim Kauf von Fleisch mit erworben. Eine Untersuchung von Hühnerfleisch hat zum Beispiel ergeben, dass bei 38 Prozent der Proben multiresistente Erreger gefunden wurden. Die Vertreter der Orts- und Stadtseniorenräte erfuhren durch Dr. Zabel davon, dass sich bei 30 Prozent der Menschen Vertreter der Art „Staphylococcus aureus“ im sogenannten Nasenvorhof ansiedeln. Bestimmte Erreger besiedeln den Darm, ohne Schaden anzurichten. Manchmal kommt es zu einer Infektion. Besonders gefährdet sind ältere kranke Menschen und schwerkranke Patienten mit längerem Aufenthalt auf der Intensivstation.

Auf die Frage, wie man die Bedrohung denn abwenden könne, hatte der Chefarzt auch einige praktisch Ratschläge zur Hand: Strenge Handhygiene (keinen Schmuck, Uhren oder Ringe an den Händen tragen, zumindest nicht im Kontakt mit Patienten)- Vor und nach dem Anfassen eines Patienten muss das Personal nach Vorschrift die Hände desinfizieren. „Dies gilt auch für Ärzte“, betonte Dr. Zabel.

Aufgabe der Mikrobiologen und der fünf Hygiene-Fachkräfte an den Alb-Fils-Kliniken ist es, die multiresistenten Erreger zu finden, zu lokalisieren und die betroffenen Körperregionen zu sanieren, sofern das geht. Standard ist, dass betroffene Patienten isoliert werden. Der Besuchsverkehr sollte nach seiner Empfehlung nicht eingestellt sondern unverändert fortgesetzt werden, allerdings unter strengsten Auflagen, also vor- und nachheriger Hände-Desinfektion, Benutzung von Schutzkleidung und Mundschutz. Werde dies beachtet, so betonte Dr. Zabel eindringlich, seien Operationen in den Alb-Fils-Kliniken nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Harald Kraus, Pressereferent

Landesseniorentag in Waldkirch

4. Juli 2018

Eine 33-köpfige Delegation des Kreisseniorenrats Göppingen nahm am 4.Juli 2018 am 33. Landesseniorentag in Waldkirch teil. Dieser stand unter dem Motto „Wir mischen mit – Ältere in der Kommune“.


Die Vizepräsidentin des Landtags, Sabine Kurtz, sprach sich für seniorengerechte Strukturen aus und nannte beispielhaft die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern und Quartierkonzepte. Sozialminister Lucha betonte, dass das Land dafür erhebliche Mittel bereitstelle und in 53 Gemeinden das Programm „Quartier 2020“ unterstütze.

Der Demografiebeauftragte der Landesregierung, Thaddäus Kunzmann, sagte, dass auf die geburtenstarken Jahrgänge in 15 Jahren geburtenschwache Jahrgänge folgen. „Alles, was wir heute über Fachkräftemangel sagen, wird nur der Auftakt einer weitaus dramatischeren Entwicklung. Jeder siebte der heute Mitte 50jährigen werde ein Alter von 95 Jahren erreichen. Der künftige Anteil der Alleinlebenden und Kinderlosen werde viel höher, sodass Pflege durch Verwandte zu Hause kaum noch zu realisieren sein dürfte. „Ohne Zuzug geht es nicht“, sagte Kunzmann. Mehrere Waldkircher Vereine hatten in der Stadthalle und in der Innenstadt unterhaltsame Angebote vorbereitet, die zu dem abwechslungsreichen Aufenthalt beitrugen.

Harald Kraus, Pressereferent

Friederich Kauderer neuer Chef des Kreisseniorenrates

30. Oktober 2017

Einstimmung wurde der neue Vorsitzende des KSR, Friederich Kauderer, früher Diakonie-Geschäftsführer und vor über 25 Jahren einer der „Gründungsväter“ des Kreisseniorenrates, in dessen Mitgliederversammlung in Göppingen gewählt.

Neuer stellvertretender Vorsitzender ist neben Gerhard Sannwald aus Geislingen der Donzdorfer Günter Simnacher. Unverändert setzt sich der geschäftsführende Vorstand des Kreisseniorenrates zusammen (Marianne Knapp, Rech-berghausen als Schriftführerin, Elfriede Eleuther aus Süßen als Rechnerin, Harald Kraus aus Eislingen als Pressereferent). Im Gesamtvorstand sind sämtliche Stadt- und Ortsseniorenräte mit einem Delegierten vertreten.

Landrat Edgar Wolff würdigte in der KSR-Mitgliederversammlung das Engagement von Dieter Roitsch als bisherigem Vorsitzenden des Kreisseniorenrates und  wies darauf hin, dass der Landkreis 200 Millionen Euro im Jahr für soziale Zwecke aufwende.

Der Schatzmeister des Landesseniorenrates Baden-Württemberg, Werner Schüle, Stuttgart, hob in seinem Grußwort hervor, dass die Erhöhung des Vermögensschonbetrages in der Sozialhilfe ab 01.04.2017auf 5000 Euro  auf eine beharrliche Initiative des bisherigen KSR-Vorsitzenden Dieter Roitsch zurückzuführen gewesen sei, der dafür die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens habe gewinnen können, die die Gesetzesänderung mit bewirkt habe.

Auch das Engagement des Kreisseniorenrates für die Informationsmappen zur Vorsorgevollmacht und zur Patientenverfügung sowie das Informationsangebot dazu wurde als wertvolles Projekt des Kreisseniorenrates hervorgehoben. Dieses und andere geleistete Aufgaben standen im Mittelpunkt des Rechenschaftsberichts des Vorstands, den Gerhard Sannwald erstattete.

Ungewöhnlich war der halbstündige Auftritt des Humoristen Markus Zipperle, den der scheidende Vorsitzende spendiert hatte. Neben dem relativ trockenen Stoff einer Mitgliederversammlung gab es für die Senioren somit auch etwas zu lachen, zumal Zipperle in seiner Schlussnummer das Publikum direkt mit einbezog und einen Senioren-Chor animierte.

Harald Kraus, Pressereferent

Forderung des Kreisseniorenrats wurde erfüllt

2. Februar 2017

Der Kreisseniorenrat (KSR) hat begrüßt, dass seine Forderung, den Vermögensschonbetrag für Menschen in Grundsicherung auf 5000 Euro zu erhöhen, von Erfolg gekrönt wurde. Sein Dank dafür gilt, so heißt es in einer Pressemitteilung des KSR, vor allem der Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens, die durch ihren Einsatz mit dafür gesorgt habe, dass diese wichtige Entscheidung im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes getroffen worden sei.

„Diese Erhöhung hilft den pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren, die ihre Pflege nicht mehr aus eigenem Einkommen bezahlen können“, betont der KSR-Vorsitzende Dieter Roitsch, der sich schon seit mehreren Jahren intensiv für dieses Ziel engagiert hat. Er hob hervor, dass damit insbesondere Bewohnern von Pflegeheimen finanzielle Ängste genommen werden könnten, denn der Vermögensschonbetrag von nur 2600 Euro habe schon lange nicht mehr ausgereicht, zum Beispiel die eigene Bestattung zahlen zu können. Zugute komme die Neuregelung auch Menschen mit Behinderung, die Eingliederungsbeihilfe erhielten.

Die Höhe des Vermögensschonbetrags ist der Besitz, den Menschen nicht verbrauchen müssen, bevor sie eine Sozialleistung beziehen dürfen. Der Freibetrag war seit 2005 nicht mehr erhöht worden. Im Bundesteilhabegesetz wird die Regierung beauftragt, den Vermögensfreibetrag auf 5000 Euro zu erhöhen. Die Umsetzung muss noch durch den Erlass einer Rechtsverordnung erfolgen, womit im Laufe diesen Jahres  zu rechnen ist.

 
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