Pflegeheim und Vertrauen gehören zusammen

„Kann, soll, muss ich oder mein Angehöriger ins Pflegeheim?“ Vor dieser schwierigen Frage stehen Ältere in unserer Gesellschaft und deren Angehörige immer wieder. Neben der aufopferungsvollen Pflege durch Angehörige, gibt es zwar viele alternative Wohnformen für Betagte, wie „Betreutes Wohnen zu Hause“, der legale Einsatz von Pflegekräften aus dem Ausland oder die gute Versorgung durch ambulante Dienste. Damit kann ein Umzug ins Heim oftmals hinausgezögert, nicht immer aber vermieden werden. Es ist gut, dass in unserem Landkreis genügend Heimplätze zur Verfügung stehen.

Durch das neue Heimrecht im Land Baden-Württemberg wird Sorge dafür getragen, dass die Qualitätssicherung in den Häusern stimmt. Hierzu ist eine effektive Überwachung durch die Heimaufsicht und den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorgesehen.

In der letzten Sitzung des Vorstandes des Kreisseniorenrats in Baltmannsweiler hat Karina Bruns von der Heimaufsicht des Landkreises Esslingen die neuen Regelungen erläutert. Vor allem der Verbraucherschutz, also der Stärkung der Interessen der Heimbewohner, steht im Mittelpunkt der Neuregelung. Dies kommt durch die Einrichtung eines Heimbeirats zur Geltung. Die Mitwirkung der Heimbewohner muss Vorrang haben. Nur, sofern dies nicht zustande kommt, sollen externe Personen, wie Heimfürsprecher oder ein Angehörigenbeirat, die Interessenwahrung in die Hand nehmen.  Kritisch wurde angemerkt, dass Angehörige die Dinge oft anders als die Bewohner sehen.

„Der Ruf einer Einrichtung“, so Rainer Wirth, Heimleiter in Esslingen-Berkheim, „wird nicht über Kontrollen der Behörde und Veröffentlichungen eines Qualitätssiegels gestärkt, sondern durch die Öffnung der Häuser nach außen, durch intensives Einbeziehen der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde oder Kirchengemeinde in die Gestaltung des Alltags der Bewohner.“

Dem Kreisseniorenrat ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Pflegeheime in unserem Landkreis wichtig. Er wird daher die Entwicklung weiter sehr genau verfolgen und sich einmischen, wenn er die Notwendigkeit dazu sieht.

 
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