Noch nie waren so viele Menschen pflegebedürftig wie heute: Heute sind 3,4 Millionen Menschen als offiziell pflegebedürftig eingestuft. Zwei Drittel von ihnen werden zu Hause versorgt. In der in der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes wird berücksichtigt, wer von der Pflegekasse auf Antrag und nach Begutachtung mit einem Pflegegrad eingestuft wird. Die Begutachtungen werden vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) durchgeführt. Entscheidend für die Expertinnen und Experten ist dabei eine dauerhaft schlechte Prognose, das heißt, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen dürfen sich nicht verbessern.

Durch einen Unfall oder eine Erkrankung kann jeder plötzlich zum Pflegefall werden. Nicht immer bleibt den Angehörigen ausreichend Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Ein Pflegefall bringt viele Fragen und Entscheidungen mit sich: Was ist jetzt zu tun? Welche Pflegeformen gibt es und welche passt am besten zur jeweiligen Situation? Wer zahlt im Pflegefall? Was ist ansonsten zu beachten?

Pflegebedürftig sind Menschen, die im täglichen Leben Hilfe brauchen. Zum Beispiel, wenn sie eine körperliche, seelische oder geistige Krankheit oder Behinderung haben. Die Hilfen gibt es bei der Körperpflege, beim Essen oder im Haushalt. Um die nötige Pflege bezahlen zu können, bekommen pflegebedürftige Menschen Leistungen von der Pflegeversicherung. Dazu müssen sie oder die Angehörigen die Pflegebedürftigkeit beantragen.

Wir haben Ihnen im Folgenden wichtige Tipps und Kontakte zusammengestellt:

Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg

In jedem Landkreis gibt es Pflegestützpunkte, die ein hochwertiges, kostenfreies Beratungsangebot rund um das Thema Pflege und dem Unterstützungsnetzwerk vor Ort anbieten.

Kommunale Pflegekonferenzen

Mit Reformierung des Landespflegegesetzes fördert das Land Baden-Württemberg Kommunale Pflegekonferenzen. Diese können in Stadt- und Landkreisen oder auch Städten und Gemeinden eingerichtet werden. Den Kommunalen Pflegekonferenzen gehören unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Kommune, der Pflegeeinrichtungen, der Pflegekassen, der Pflegebedürftigen, des Pflegepersonals sowie aus dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements an. Ziel ist es, vor Ort tragbare Strukturen einer wohnortnahen Pflege zu eruieren und aufzubauen bzw. zu vernetzen.