„Die gewollte Donau“

Alt und Jung schaffen gemeinsam ein Band der Völkerverständigung entlang der Donau

Egal, ob alt oder jung, immer mehr Menschen zwischen Donaueschingen im Schwarzwald und Sulina am Schwarzen Meer häkeln seit Januar 2014 an einem Band. In allen zehn Donauländern, so die Idee, werden Wollreste zu Luftmaschenketten verarbeitet, die zusammengesetzt so lang wären wie die Donau: 2 857 Kilometer.

Die grenzüberschreitende gemeinsame Arbeit vieler Menschen an diesem Projekt drückt die Verbundenheit der Länder, Menschen und Kulturen an der Donau aus. Die gehäkelten Schnüre, die derzeit an verschiedenen Orten in acht Donauländern hergestellt werden, sind so bunt gemischt wie die Menschen, die mitmachen, vom Kindergarten über Schulklassen, Hausfrauen, Berufstätige bis hin zu vielen Seniorengruppen.

Das Projekt „Die gewollte Donau“ startete in der Donaustadt Ulm und will ein Zeichen der Völkerverständigung setzen, auch wenn man keine gemeinsame Sprache hat. Es geht auch darum, zivilgesellschaftliche Initiativen ähnlicher Ausprägung entlang der Donau miteinander bekannt zu machen. Das Band steht für die Bereitschaft, in Europa zusammen zu arbeiten und an einem Strang zu ziehen. Es regt an, die Menschen und Kulturen, die Geschichte und Politik entlang Europas zweitlängstem Fluss kennen zu lernen. An vielen Orten werden die Häkelaktionen von Veranstaltungen zur Länderkunde, Literatur, Politik oder Musik begleitet.

Das gemessene und registrierte Häkelband wird dann von passionierten Strickerinnen zu Quadraten (50x50) verstrickt. Diese Einzelteile werden am 13. Juli im Rahmen des Internationalen Donaufests Ulm/Neu-Ulm auf dem Münsterplatz in Ulm zu einem riesigen Donau-Flussteppich zusammengefügt, der den Flusslauf der Donau nachbildet. Zu diesem Fest werden zahlreiche Gäste aus den Donauländern erwartet. Die einzelnen Stücke des Gemeinschaftskunstwerks werden im Anschluss an die Aktion als Sitzkissen oder Wandbilder verkauft. Mit dem Erlös sollen soziale, kulturelle wie ökologische Initiativen in den südosteuropäischen Ländern unterstützt werden: Denn das Mitmach-Projekt zielt auf Nachhaltigkeit.

Besonders engagiert sind die Seniorinnen in Altenheimen und Generationentreffs. Sie zeigen den Kindern und Jugendlichen, wie man häkelt, sie lesen Donaumärchen vor oder erzählen ihre persönliche „Donaugeschichte“, denn viele Ältere haben ihre ursprüngliche Heimat in den Donauländern. Die gehäkelten Schnüre, die in den verschiedenen Sammelstellen in Ulm bis Mitte Februar abgegeben wurden, waren zusammen 127 km lang. Es ist also noch viel zu tun. „Machen Sie mit bei uns“, bitten die „Danube-Networkers, „jeder Meter Freundschaftsband zählt.“

Das Projekt ist eine Initiative der „Danube-Networkers“, ein Netzwerk für Seniorenbildung, gesellschaftliche Partizipation und intergenerationellen Dialog entlang der Donau. Das Projekt wird vom Verein „Institut für virtuelles und reales Lernen in der Erwachsenenbildung“ an der Universität Ulm (ILEU) koordiniert und von der Bürgerstiftung und der Baden-Württemberg Stiftung finanziell unterstützt.

Nähere Informationen:
www.diegewolltedonau.de
www.danube-networkers.eu

Kontakt:
Carmen Stadelhofer
ILEU c/o ZAWiW
Universität Ulm
89081 Ulm
Tel: 0731-5023192
Mail: info@ileu.net

 
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