Qualitätsstandards für seniorenfreundliche Hotels und Gaststätten

Der LSR und DEHOGA:
Optimaler Service für
ältere Gäste
Optimalen Service für ältere Gäste in Baden-Württemberg – das ist das Ziel der Zusammenarbeit zwischen Landesseniorenrat (LSR) und Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. Beitragen soll dazu ein Katalog gemeinsam erarbeiteter Qualitätsstandards, die Hotels und Gaststätten helfen, sich optimal auf die Gruppe der über 60-Jährigen einzustellen.
„Wir freuen uns sehr über die ermutigenden Ergebnisse unserer Kooperation“, erklärt dazu LSR-Vorsitzender Roland Sing. „Die Zusammenarbeit zwischen DEHOGA und LSR ist ein Beispiel, das sicher auch für andere Bereiche Vorbildfunktion haben kann.“ DEHOGA-Präsident Peter Schmid betont die Chancen für Hotellerie und Gastronomie: Ältere Gäste sind schon jetzt eine wichtige Gruppe für Gastronomie und Hotellerie: Der Anteil der über 60-Jährigen in Baden-Württemberg liegt heute bereits bei 24 Prozent und wird bis 2030 auf 35 Prozent wachsen.“ Ältere Menschen seien heute nicht nur gesünder und aktiver als in früheren Jahrzehnten, sondern verfügten auch über beachtliche Kaufkraft. „Es lohnt sich also, sich auf die Bedürfnisse älterer Gäste aktiv einzustellen.“
Bei dem gemeinsamen Katalog handelt es sich um konkrete, praxisnahe Anregungen und Vorschläge, die in vielen Fällen ohne aufwändige Investitionen umsetzbar sind. Dazu der LSR-Chef: „Ein ‚Seniorenteller’ auf der Speisekarte reicht nicht aus, zumal dieses Wort auf viele Ältere eher abschreckend wirkt.“ Es lohne sich vielmehr, die gesamte Dienstleistungs-Kette im Betrieb konstruktiv-kritisch aus dem „Senioren-Blickwinkel“ zu analysieren: Ist die Speisekarte problemlos ohne Lupe lesbar? Sind Beschriftungen im Haus ausreichend groß und leserlich und die Laufwege für Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit geeignet?
Gibt es an Treppen einen Handlauf und ist es möglich, auf der Männertoilette Inkontinenzeinlagen zu entsorgen? Besonders wichtig: Viele – und nicht nur ältere – Gäste schätzen es, wenn Gerichte auch in kleineren Portionen angeboten werden. Und mancher zukunftsorientiert denkende Gastronom macht sich schon heute Gedanken, wie er der wachsenden Zahl von Diabetikern im Restaurant ein gutes, gesundes und delikates Angebot machen kann.
Auch bei den Hotelzimmern lohne es sich, die Bedürfnisse älterer Gäste im Blick zu haben, betonen beide Verbände: Haltegriffe in Bad und Dusche, ausreichend hohe Betten und Nachttisch-Lampen, die nicht trübe „funzeln“, sondern wirklich ausreichend helles Licht geben, sind nur einige Beispiele der Qualitätsmerkmale „Seniorenfreundlich“. Das Angebot, Gäste am Bahnhof abzuholen, werde laut Sing vielfach geschätzt. Für die DEHOGA betonte Schmid die Bedeutung des „Faktors Mensch“ die ganz allgemein für die Servicebranche Gastgewerbe gelte: „Freundliche, hilfsbereite Mitarbeiter, die älteren Gästen das Gefühl geben, herzlich willkommen zu sein, sind das A und O für jeden Betrieb, der die Chancen des demografischen Wandels nutzen möchte.“
Die von LSR und DEHOGA vereinbarten Qualitätsstandards können Interessierte nachlesen auf www.dehoga-tourismus.de.
Auf www.buchdensueden.de sind die seniorenfreundlichn Betriebe aufgelistet.

